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 Thailand - Polizei als Geburtshelfer im Stau

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Maggi_9
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BeitragThema: Thailand - Polizei als Geburtshelfer im Stau   So Nov 11, 2012 4:02 pm

Polizei als Geburtshelfer im Stau

In den überfüllten Straßen von Bangkok bleiben häufig auch werdende Mütter im Stau stecken. Bei den Auto-Geburten übernehmen Verkehrspolizisten den Job der Hebammen. Sie werden dafür extra geschult.


Eigentlich, so dachte Pichet Visetchote vor seiner Versetzung in eine Sondereinheit der thailändischen Verkehrspolizei, würde er sich in Zukunft wohl dem Schreiben von Strafzetteln widmen. Doch die Wirklichkeit sah anders aus: In den überfüllten Straßen der Hauptstadt Bangkok schlängeln sich Pichet und seine Kollegen auf Motorrädern durch den Stau, um in den Fahrzeugen Kranke zu versorgen - und oftmals auch Kindern auf die Welt zu helfen. "Es ist der perfekte Job", sagt der 37-Jährige.

Anders als andere Neugeborene erblickte Rungarun nicht in einem Krankenhaus das Licht der Welt, sondern im Verkehrschaos von Bangkok.

Pichet entband das kleine Mädchen in einem Kleinlastwagen, der auf dem Weg ins Krankenhaus im Stau stecken geblieben war. Rungarun, deren Name "Morgen" bedeutet, ist das jüngste der 14 Babys, die mit Pichets Hilfe geboren wurden. Nur einer seiner Kollegen hat mit 18 Geburten mehr Kindern auf die Welt geholfen.

Pichets Einheit wurde 1993 durch das Königliche Verkehrspolizei-Projekt mit einer Finanzspritze von elf Millionen Baht (rund 220.000 Euro) gegründet, um den im Stau festsitzenden Menschen in Bangkok zu helfen. Im stockenden Verkehr wie eine Hebamme bei Geburten zu helfen, wurde erst mit der Zeit ihr Spezialfach. In den vergangenen zehn Jahren kamen durch die Hilfe der Polizisten einer Statistik zufolge 81 Kinder zur Welt; hunderte in den Wehen liegende Frauen wurden durch die verstopften Straßen in ein Krankenhaus eskortiert.

Bisher keine Komplikationen

Der erste Notruf erreichte Pichet zwei Monate nach einem ersten Training für die Sondereinheit. Die Handschuhe aus seinem Einsatzkoffer fühlten sich mit einem Mal so rutschig an, dass er fürchtete, das Kind würde ihm aus den Händen gleiten. "Ich war sehr aufgeregt", erinnert er sich. "Aber ich wusste, dass das Überleben des Babys von mir abhängt." Zu Komplikationen sei es bei seinen Geburten bisher nicht gekommen. Nervös sei er jedoch immer wieder.

Als die 27-Jährige Suranetr Jongnomklang im Februar mit Wehen auf dem Rücksitz eines Taxis im Verkehr von Bangkok stecken blieb, war sie erleichtert, einen Polizisten an ihrer Seite zu wissen. "Ich kann mich wegen der Schmerzen nicht mehr an alles erinnern, aber ich war glücklich, dass die Polizei da war, die wusste, wie man einer werdenden Mutter bei den Wehen hilft", sagt Suranetr.

Damit die 145 Polizisten der Sondereinheit bei der Geburtshilfe immer auf dem neuesten Stand sind, nehmen sie alle drei Monate an einer mehrtägigen Schulung in Krankenhäusern teil. Dort übten sie die Geburt von Kindern mit Puppen, sagt der Leiter der Einheit, Oberst Akekachai Pruchyawithirat.

Junge oder Mädchen? Schaulustige im Stau


Auf den Straßen in Bangkok sind die Polizisten dann in Zweier-Teams unterwegs. Während einer bei der Geburt hilft, muss der Kollege den Verkehr regeln. "Viele Menschen halten an, um zu sehen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist", sagt Akekachai. Andere Schaulustige notierten sich das Kennzeichen des Wagens der Mutter - die Thailänder glauben, dass diese Zahlen ihnen bei der nächsten Lotterie Glück bringen.

Akekachai ist der Ansicht, dass die Sondereinheit das Image der Polizei aufpoliert. Dank der geburtshelfenden Verkehrspolizisten werde die Polizei nicht nur mit Geldbußen oder Festnahmen in Verbindung gebracht. "Menschen ein neues Leben zu schenken, ist eine der wichtigsten Dinge überhaupt", sagt er.

Pichet hofft allerdings, dass seine Hilfe nicht dazu führt, dass die Verkehrspolizei von werdenden Müttern als "Hebammen-Service auf Abruf" genutzt wird. Die Rückbank eines Autos sei kaum der richtige Platz, um ein Kind zu gebären, sagt der 37-Jährige. Sollte er jemals Vater werden, wolle er die Geburt ganz seiner Frau und dem Arzt überlassen.

Quelle: Tagesspiegel
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